Beograd

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Belgrad (serbisch Београд Beograd [Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i], übersetzt „weiße Stadt“, daher der altertümliche Name Griechisch Weißenburg) ist die Hauptstadt der Republik Serbien. Die Stadt gliedert sich in zehn Stadtgemeinden und sieben Vorstadtgemeinden. Die Kernstadt besitzt eine Fläche von 359,96 km², die umgebenden Vorstadtgebiete 2862,72 km², wobei die Fläche einiger Gemeinden teilweise zur Kernstadt und teilweise zur Vorstadt gehört. Zusammen bilden sie den Okrug Beograd mit 1,71 Millionen Einwohnern (Zensus 2011) und gehört somit zu den größten Metropolregionen in Südosteuropa. Mit 1.344.844 Einwohnern[1] ist sie außerdem die serbische Primatstadt.

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Mit den Universitäten, Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen ist Belgrad das Bildungszentrum und mit zahlreichen Verlagen, Rundfunk- und Fernsehanstalten sowie Tages- und Monatszeitungen auch das dominierende Medienzentrum des Landes. Belgrad ist Sitz der Serbisch-Orthodoxen Kirche und Residenz des Serbischen Patriarchen. Das größte christliche Gotteshaus der Balkanhalbinsel, der Dom des Heiligen Sava, steht in Belgrad.

Die Messestadt Belgrad ist dank ihrer verkehrsgünstigen Lage an der Mündung der Save in die Donau und an der Nordgrenze der Balkanhalbinsel ein Knotenpunkt des Schienen- und Autobahnnetzes. Daher wird Belgrad oft auch als das Tor zum Balkan bezeichnet.

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Wahrzeichen Belgrads ist die in der Geschichte häufig umkämpfte, über der Save-Mündung in die Donau thronende Festung von Belgrad. In der Nähe befindet sich die historische Universitäts-Sternwarte und jenseits des Flusses (Novi Beograd) das 1977–1979 erbaute Sava Centar, das größte Kongresszentrum aller Balkanländer.

Belgrad war erstmals zu Anfang des 15. Jahrhunderts Hauptstadt der mittelalterlichen Serbischen Herrscherdynastien und ist seit dem 19. Jahrhundert Residenzstadt Serbiens. Im 20. Jahrhundert war es die Hauptstadt des Königreichs Jugoslawien und des sozialistischen Jugoslawien. Durch die jugoslawische Ablehnung sowjetischer Hegemonie und Stalinismus und als Versammlungsort der Blockfreien war Belgrad in der Zeit des Kalten Krieges ein bedeutendes politisches Zentrum.

Die günstige Lage im Südosten Europas an zwei schiffbaren Flüssen und an der Kreuzung mehrerer Handels- und Wanderungswege brachten Belgrad den Titel „Pforte des Balkans“ und „Tor Mitteleuropas“ ein.

Auch lokalgeografisch und strategisch ist die Stadt begünstigt, vor allem durch die Topografie hoch über der weiten Sremer und Banater Niederung. Sie grenzt an die Landschaftsräume der äolisch und fluvial geformten Pannonischen Tiefebene und der jungalpidischen Faltengebirgssysteme der Balkanhalbinsel.

Das Donaubett in der Unterstadt (Donji grad) war bereits im Mittelalter besiedelt. Im 19. und 20. Jahrhundert wuchs das Siedlungsgebiet in den Hängen und Plateaus der hügeligen Šumadija. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich die Stadt weiter nach Westen in die Ebenen des Srem aus.

Der geografische Mittelpunkt der Stadt ist am Ende der Altbelgrader Prachtstraße Knez Mihailova ulica (Fürst-Michael-Straße) festgelegt. Diese folgt dem antiken Cardo von der Festung kommend bis zur Einmündung in den langgezogenen Platz Terazije (). Hier beginnen die zwei in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Hauptstraßen ausgebauten Alleen, die Ulica Kralja Milana mit dem wichtigsten Verkehrsknoten Belgrads, der Slavija, und der Bulevar Kralja Aleksandra. Von diesen südöstlich in die Šumadija führenden, eben auf dem Plateau verlaufenden Hauptstraßen fallen die teils sehr steilen Querstraßen am Save- und Donauhang ab (Brankova ulica, Kamenička ulica, Balkanska ulica, Nemanjina ulica, Ulica Kneza Miloša, Bulevar Despota Stefana, Takovska ulica und Ruzveltova ulica).

Vier Straßenbrücken (Brankov most, Savski most, Gazela, Adabrücke), eine Eisenbahn- und eine stillgelegte Eisenbahnbrücke (Alte- und Neue Belgrader Eisenbahnbrücke) führen über die hier etwa 400 Meter breite Save, und die Pančevo-Brücke quert die zirka 750 Meter breite Donau. Diese Bauwerke verbinden die Altstadt mit den gegenüberliegenden Stadtteilen wie der Neustadt Novi Beograd, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg im ehemaligen Überschwemmungsgebiet im Winkel zwischen Donau und Save-Delta errichtet wurde. Novi Beograd ist mit dem ein Stück donauaufwärts gelegenen historischen Stadtteil Zemun (deutsch auch Semlin), zur Zeit der Türkenkriege eine habsburgische Donaustadt und heute Gemeinde von Belgrad, zusammengewachsen. In Zemun wurde 2014 die Mihajlo-Pupin-Brücke als zweite Donaubrücke eröffnet.

Belgrad breitet sich über die am linken Ufer der Save und Donau gelegenen Ebenen des Banats und Syrmiens, mit ihren großen Getreide- und Maisfeldern, und auf dem rechtsseitig liegenden, waldreichen hügeligen Mittelgebirge der Šumadija, mit ihren Obst- und Weingärten, aus.

Die Altstadt Stari Grad und die Festung liegen auf den 115 m. i. J. hohen nordwestlichsten Ausläufern des Terazije Plateaux der Šumadija 50 Meter über der Savemündung, die ihrerseits nur 71 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Als amtliche Durchschnittshöhe Belgrads gilt die Höhe der Wetterwarte mit 132 m. i. J. Die strategisch günstige Position der Festung von Belgrad ist durch ihre Lage am aus Kalksteinen aufgebauten Steilhang über Save- und Donauniederung gegeben. Das ca. 300 m breite Terazije-Plateau zieht von der Festung in 4 km Länge zum Vračar-Hügel und bildete das eigentliche Kerngebiet der zivilen Entwicklung der Stadt. Nach Süd-Osten wird die Altstadt durch den Tal-Einschnitt des Mokroluški potok eingegrenzt. Der rechtsseitige Talhang des Mokrolušski potok bildete seit dem 18. Jahrhundert aus der Befestigung im sogenannten „Laudanov-šanac“ (Schanze des Laudon) die eigentliche engere Stadtgrenze innerhalb derer sich das zivile Leben der in einzelne Mahalen gegliederten Stadt vollzog. Außerhalb dieses Verteidigungsrings bildeten sich periphere Mahalen der Roma, insbesondere Sava-mala in der „Bara Venecija“ sowie Jatagan-mala im Mokroluški potok. Nach Osten und Süden wird das Relief der Stadt lebendiger, Taleinschnitte und sanfte Berghängen des Topčidersko brdo und Dedinje werden durch die Residential-Komplexe der serbischen Könige und Jugoslawischen Präsidenten, sowie Košutnjak und Banjica durch große Militär-Kasernen geprägt.

Die 350 m breite Sava sowie die über 500 m breite Donau waren über Jahrhunderte wesentliche Entwicklungsgrenzen der Stadt, insbesondere als das linksseitige Save-Ufer auch durch die weitläufigen Sümpfe der Bežanijska bara erst durch Melioration Mitte des 20. Jahrhunderts siedlungsfähig gemacht wurde. Die einförmigen alluvialen Ebenen der Save und Donauauen werden durch den 20–25 Meter hohen Steilhang der äolischen Löss-Terrasse der Bežanijska kosa strukturiert. Das Löss-Plateau bildete von Westen die Grenze zur alluvialen Überschwemmungszone. Auf ihr entstand schon als antike Gründung die Schwesterstadt Belgrads, Zemun.

Der landschaftliche Gegensatz zwischen der Niederung der Überschwemmungsebene und den von Flüssen und Hügeln zerteilten Flächen innerhalb des Stadtgebietes bewirkt ein abwechslungsreiches Relief. Namentlich verlaufen hier die Flüsse und Bäche Topčiderska reka, Željeznička reka, Ostružnička reka, Mirijevski potok, Kummodražki potok, Mokroluški potok, Bolečica und die Bergrücken der Šumadija (Banovo brdo, Lekino brdo, Topčidersko brdo, Kanarevo brdo, Julino brdo, Petlovo brdo, Zvezdara, Vračar und Dedinje). Als wesentlichster Tal-Einschnitt in der Berglandschaft Belgrads entwässert die Topčiderska reka die Erhebungen der Šumadija im Kosmaj (628 m) und Avala (511 m). Sie ist mit dem Einschnitt des Mokroluški potok das wichtigste kommunikative Ein-/Ausfallstor Belgrads.

Somit prägen kleinräumige Kammerung und weitläufige Überschwemmungszonen sowie relativ großen Höhenunterschiede die Stadt. Das höchstgelegene Gebäude, die Dreifaltigkeitskirche auf dem 303,1 Meter hohen Torlak (Voždovac), erhebt sich mehrere hundert Meter über dem mit 70,15 m tiefstgelegenen Punkt, der Insel Ada Huja an der Donau. Der hypsometrische Höhenunterschied beträgt daher im Bezirk maximal 450 Meter und innerhalb der engeren Stadt noch 175 Meter.[2]

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Belgrad

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